Dritte Pleite in Folge: Hansa verliert Anschluss und drei Spieler

Mit dem 0:1 beim FC Ingolstadt hat der F.C. Hansa Rostock am Mittwochabend nicht nur die dritte Pleite in Folge kassiert, sondern es auch zum dritten Mal verpasst, auf einen Aufstiegsplatz zu springen. Entsprechend muss die Kogge, die darüber hinaus gleich drei Spieler verloren hat, vorerst abreißen lassen.
"Daran müssen wir schleunigst arbeiten"
Tief in der Nachspielzeit hätte Hansa immerhin noch einen Punkt mitnehmen können: Erst wurde ein Schuss von Nico Neidhart auf der Linie geklärt (90.+4), dann traf Korbinian Vollmann nur die Latte (90.+6). "Hinten raus müssen wir zwingend den Punkt mitnehmen müssen", haderte Trainer Jens Härtel auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Ob der Punkt dann verdient gewesen wäre, stand auf einem anderen Blatt. "Wenn man das ganze Spiel sieht, muss man damit leben, dass wir verlieren", gab Härtel zu. Denn bevor Hansa in der Nachspielzeit zu zwei Riesenchancen kam, hätte Ingolstadt die Partie längst für sich entscheiden können. Zudem gab es nach einem Handspiel von Breier keinen Elfmeter für den FCI.
Letztlich reichte den Schanzern aber ein Treffer aus der 37. Minute, als Merlin Röhl völlig unbedrängt einnetzen konnte und Markus Kolke im Tor dabei nicht gut aussehen ließ. Doch am Schlussmann war die erneute Niederlage der Kogge keineswegs festzumachen, mehrfach parierte der Hansa-Kapitän stark. Auch an der Einstellung hat es an diesem Mittwochabend nicht gelegen. "Die Jungs haben sich reingehauen, ich kann ihnen keinen Vorwurf machen", so Härtel. Warum die Kogge dennoch mit leeren Händen dastand, versuchte Vollmann bei "MagentaSport" zu erklären: "In den entscheidenden Zweikämpfen haben wir uns nicht durchgesetzt. Zudem sind wir zu selten zu Abschlüssen gekommen – daran müssen wir schleunigst arbeiten."
Litka und Sonnenberg verletzt
Am besten schon bis Sonntag, wenn Hansa zum Ausklang des Jahres in Zwickau gastiert. "Wir müssen versuchen, mit aller Macht drei Punkte zu holen. Das wäre extrem wichtig", sagte Vollmann. Allerdings wird Härtel womöglich auf gleich mehreren Positionen umstellen müssen. Definitiv ausfallen wird John Verhoek, der nach einem Check gegen Marc Stendera seine fünfte gelbe Karte sah. Zudem haben sich mit Maurice Litka und Sven Sonnenberg gleich zwei Spieler verletzt. Während Litka nur zehn Minuten nach seiner Einwechslung von Thomas Keller gefoult wurde, dabei unglücklich landete und laut den "Norddeutschen Neusten Nachrichten" eine schwere Knieblessur erlitt, prallte Sonnenberg mit Stefan Kutschke zusammen und trug eine Platzwunde über dem Auge davon. Trotz heftiger Blutung konnte der Innenverteidiger mit einem Turban zunächst weiterspielen, musste zur Pause dann aber doch raus. Ob beide Spieler bis Sonntag wieder fit werden, ist fraglich. Immerhin kehrt Jan Löhmannsröben nach Rot-Sperre zurück.
"Es bringt nichts, wir müssen die Arschbacken zusammenkneifen", gab sich Härtel kämpferisch. Denn klar ist: Im letzten Spiel des Jahres sollen nochmal drei Punkte her. Zum einen, um mit einem guten Gefühl in die kurzen Winterpause gehen zu können. Zum anderen, um den Anschluss nach oben nicht völlig zu verlieren. Nach drei Pleiten in Folge ist Hansa mittlerweile auf den achten Platz abgerutscht und liegt drei Punkte hinter dem Relegationsplatz. Der FC Ingolstadt auf Rang zwei vier Zähler entfernt. Allerdings haben Ingolstadt, Saarbrücken (je 1) und Verl (2) allesamt noch Nachholspiele und könnten ihren Vorsprung damit vergrößern. "Wir müssen uns straffen", gab Vollmann die Richtung vor. Maximal Platz 4 kann Hansa in diesem Jahr realistisch betrachtet noch erreichen.