DFB prüft sexistische Gesänge von RWE-Fans bei Spiel in Verl

Beim Spiel von Rot-Weiss Essen in Verl am vergangenen Freitag waren aus dem Gästeblock sexistische Gesänge gegenüber Schiedsrichterin Fabienne Michel zu hören. Der DFB prüft den Vorfall nun.
Herabwürdigende Gesänge
Gleich mehrmals stand sie am letzten Freitagabend während der Partie im Fokus, Schiedsrichterin Fabienne Michel. Besonders in der 24 Minute, als sie im Laufweg von Klaus Gjasula stand, dem es dadurch nicht möglich war, Berkan Taz am Torschuss zu hindern. Die Aufregung war groß, nach Spielende warf Gjasula der 30-Jährigen gar "Arroganz" vor.
Auch in der zweiten Halbzeit entschied Michel in mehreren Szenen gegen RWE, was die mitgereisten Fans zum Teil mit sexistischen Gesängen quittierten. Etwa, nachdem Martinovic in der 54. Minute die gelbe Karte sah. Zunächst schallte es "Schieber, Schieber" aus dem Gästeblock, dann "Hure, Hure". Doch damit nicht genug. In der Schlussphase sangen einige Anhänger "Die Blonde wird gef*** olé, olé". Auch als "Schlampe" wurde die 30-Jährige beschimpft. Dazu kamen weitere, nicht zitierfähige Rufe.
RWE droht Geldstrafe
Wie die "Sportschau" berichtet, habe der Schiedsrichterbeauftragte des SC Verl im Nachgang auf die Gesänge hingewiesen, in der Nachbesprechung mit Michel seien sie aber kein Thema gewesen. Ob die 30-Jährige die Gesänge mitbekommen hat, ist nicht bekannt. Dem Bericht zufolge will sich der SC Verl mit den Vorfällen nun intensiver auseinandersetzen und für das Problem sensibilisieren. Auch die DFB Schiri GmbH werde die Gesänge nun noch mal untersuchen, heißt es. Gut möglich, dass den Essenern eine Geldstrafe droht.
Dass der Vorfall zu keinem größeren Aufschrei geführt hat, liege laut Fanforscher Jonas Gabler daran, dass Sexismus im Fußball ein Normalzustand sei. Männliche Schiedsrichter würden zwar auch von Fans beleidigt, "aber sie werden nicht sexistisch beleidigt. Das ist etwas, das nur Schiedsrichterinnen erfahren können. Um da gleiche Voraussetzungen zu schaffen, muss ich mir vorher Gedanken machen, wie schütze ich eine Schiedsrichterin vor solchen Vorfällen. Das sollte idealerweise nicht erst passieren, wenn das tatsächlich eingetreten ist".