Katerstimmung und Ergebniskrise in Westsachsen

Richtige Euphorie kommt derzeit weder in Chemnitz noch in Zwickau auf. Die sächsischen Drittligisten konnten jeweils erst einmal punkten und gingen zweimal leer aus. In der Tabelle belegen sie entsprechend Plätze in der unteren Hälfte. liga3-online erklärt, warum das so ist.

Fehlender Spagat zwischen Defensive und Offensive

Anders als Zwickau-Trainer Torsten Ziegner, kann sich CFC-Coach Horst Steffen definitiv nicht über mangelnde Durchschlagskraft beschweren. In drei Partien erzielten die Himmelblauen fünf Treffer. Allerdings reichte diese Torausbeute nur für drei Punkte. Einem 1:0-Auftaktsieg gegen den FSV Zwickau folgten zwei Partien, in denen jeweils zwei eigene Treffer nicht zu einem Punktgewinn genügten. In Paderborn (2:3) und zuletzt gegen Aalen (2:4) wurde die Steffen-Elf Opfer ihrer zu offensiven Ausrichtung. Mit den schnellen Tempogegenstößen war die antrittsschwache und noch nicht stellungssichere Dreierkette heillos überfordert. Zudem hapert es im Defensivverbund an der Zuordnung bei Standards. In Paderborn hatte der CFC bei zweiten Bällen häufig das Nachsehen und kassierte ergo zwei Gegentore. Kein Wunder, dass trotz fünf eigener Treffer nur drei Punkte zu Buche stehen!

Immerhin drei Punkte… In Zwickau würde man sich über diese Ausbeute freuen. Der Vorjahresfünfte krebst mit einem mageren Pünktchen auf Platz 17 herum. Unweigerlich werden bei den Schwänen Erinnerungen an die Saison 2016/17 wach. Damals war man anfänglich ähnlich flügellahm und schloss die Hinrunde bei einer Tordifferenz von 20:29 mit nur 17 Punkten ab. Derzeit weist das "Treffer-Portfolio" ein 1:4 auf. Kein Team ist vor des Gegners Tor noch schlechter – einzig der kommende Gegner aus Erfurt ist gleich ineffektiv – allerdings gibt es aber nur sieben Teams die aktuell weniger Gegentore vorweisen. Ganz klar, die Defensive ist nicht die Achillesferse. Ganz klar, an der Defensivarbeit liegt es nicht. Vielmehr liegt in der Offensive einiges im Argen. Topvorbereiter Patrick Göbel ist momentan nicht gleichwertig zu ersetzen! Weder Sinan Tekerci, noch Ronny Garbuschewski können derzeit eine Torvorlage nachweisen. Der einzige Zwickauer, der wie gewohnt geliefert hat, ist Sturmroutinier Ronny König. Der 34-Jährige erzielte gegen Lotte (1:1) den bisher einzigen Saisontreffer.

Wie die Trendwende gelingen kann

Es ist nicht davon auszugehen, dass sich Horst Steffen sofort von der Dreierkette lossagt. Auch werden die augenscheinlichen Defizite im Fitnessbereich nicht von heute auf morgen verschwinden. Wenn man es aber nur auf mangelnde Spielpraxis und Erfahrung im Stellungsspiel oder die noch nicht erfolgte Anpassung an die für viele Spieler neue 3. Liga schiebt, könnte der 48-jährige Fußballlehrer auf das Prinzip Hoffnung setzen und auf Besserung warten. Eine echte Alternative bietet aber wohl nur der Transfermarkt. Der ist noch bis 31. August geöffnet und das "DFB-Pokal-Hammerlos" FC Bayern München sollte für zusätzlichen finanziellen Spielraum gesorgt haben.

Diesen finanziellen Spielraum hat der FSV Zwickau nicht! Die Westsachsen bestreiten am kommenden Sonntag zwar ein Testspiel gegen Borussia Dortmund, nur ist dies bereits in der aktuellen Drittliga-Lizenzierung eingepreist. Was die Ziegner-Elf braucht, ist Stringenz in Personalentscheidungen und Fingerspitzengefühl. Einem introvertierten Sinan Tekerci ist nicht geholfen, wenn er nach einem missglückten Saisonauftakt in Chemnitz im nächsten Spiel sofort auf die Bank verbannt wird und dann später wieder die Kastanien aus dem Feuer holen soll. Außerdem müssen Spieler, wie ein Mike Könnecke beweisen, dass die letzte Rückrunde nicht nur ein Strohfeuer war und das komplette Potenzial nur dann abgerufen wird, wenn es bei allen wie geschmiert läuft. Wer den Unterschied machen will, dem gelingt auch dann etwas, wenn der Rest die Seuche am Fuß hat.

   

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