Kölns Olaf Janßen verkabelt: So lief das TV-Experiment

Als erster Trainer im deutschen Profifußball war Kölns Coach Olaf Janßen am Sonntagabend beim Heimspiel gegen den VfL Osnabrück verkabelt, seine Anweisungen und Reaktionen wurden zeitversetzt in die Live-Übertragung eingebaut. So lief das Experiment.
"Hau das Ding rein"
Bereits vor "vielen Wochen" sei die Anfrage seitens "MagentaSport" eingegangen, letztlich stimmte der 58-Jährige in Rücksprache mit dem Verein und der Mannschaft zu. Er habe zeigen wollen, "was ein Trainer über 90 Minuten unter höchstem Druck und höchstem Stress" leisten müsse. Zunächst war zu hören, wie Janßen bereits zweieinhalb Stunden vor dem Spiel den Platzwart begrüßte und ihm eine "sehr gute" Arbeit bescheinigte. Während der Partie wurden dann immer wieder Teile seines Coachings zeitversetzt in die Übertragung eingebaut.
Zu hören war etwa, wie er in Richtung von Said El Mal sagte: "Said, du brauchst da nicht rein ins Zentrum, da ist ja keiner. Okay, Said?“ Als es nach 24 Minuten einen Elfmeter für die Viktoria gab, rief Janßen in Richtung Lex-Tyger Lobinger: "Hau das Ding rein." Auch sein anschließender Torjubel wurde gezeigt: "Jaaa, Mann. Come on, Männer. Auf geht’s". Nach der Partie gab er zu: "Den Elfer hätte ich nicht gegeben."
"Keinen Millimeter weniger – jetzt gilt’s"
Als die Viktoria nach 54 Minuten auf 2:0 erhöhte, holte sich Janßen seinen Mittelfeldspieler Bryan Henning an die Bank und sagte ihm: "Bryan, keinen Millimeter weniger – jetzt gilt’s. Jetzt." Paraden von Torhüter Dudu in der Schlussphase bejubelte Kölns Coach genauso wie die Tore zuvor: "Ja, Dudu, ja". Zuvor hatte er gebetet, dass der Ball nicht reingeht: "Nein, bitte nicht."
Im Kreis sprach Janßen nach der Partie vom "besten Spiel, vor allem in Bezug auf leiden können. Jeder hat sich reingeschmissen und hat nicht rumgelabert, sondern war für den anderen da. Wir sind angesprintet und zurückgelaufen wie die Bescheuerten. Das haben wir zusammengemacht – und mit einem überragenden Torhüter."
"War ganz im Tunnel"
Und wie hat der 58-Jährige das TV-Experiment erlebt? "Das hat mich in keinster Weise beeinflusst. Ich war in den 90 Minuten ganz bei meiner Mannschaft und weiß nicht mehr alles, was ich gesagt habe. Es war ein brutal wichtiges Spiel für uns, ich war ganz im Tunnel." Er habe während der Partie mit seiner Mannschaft mitgelitten und sich auch nicht verstellt. Am Ende stand ein wichtiger Heimsieg nach zuvor drei Niederlagen am Stück.
Die Eindrücke im Video: