Nach sexistischen Rufen bei RWE-Spiel: DFB leitet Ermittlungen ein

Nachdem es am Freitag vor einer Woche beim Auswärtsspiel von Rot-Weiss Essen beim SC Verl zu sexistischen Rufen einiger RWE-Fans gegenüber Schiedsrichterin Fabienne Michel gekommen war, hat der DFB nun Ermittlungen gegen RWE aufgenommen.
RWE muss Stellungnahme abgeben
Wie Alexander Feuerherdt, Leiter Kommunikation und Medienarbeit der DFB Schiri GmbH, gegenüber der "Sportschau" mitteilte, sei RWE gemäß der Rechts- und Verfahrensordnung angeschrieben und zu einer schriftlichen Stellungnahme aufgefordert worden. Man begrüße die aufgenommenen Ermittlungen ausdrücklich, so Feuerherdt. "Gerade die Unterstützung und der Schutz der Schiedsrichterinnen ist uns sehr wichtig und hat hohe Priorität.“ Zuvor waren die vorliegenden TV-Aufnahmen eingehend geprüft worden. "Es wird aktuell der Sachverhalt ermittelt und dann einer Bewertung zugeführt. An der Stelle spricht man dann eben von einem laufenden Verfahren", so DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann.
Zu den Rufen gegen Michel war es vor allem in der zweiten Halbzeit gekommen. Etwa, nachdem Martinovic in der 54. Minute die gelbe Karte gesehen hatte. Zunächst schallte es "Schieber, Schieber" aus dem Gästeblock, dann "Hure, Hure". Doch damit nicht genug. In der Schlussphase sangen einige Anhänger "Die Blonde wird gef*** olé, olé". Auch als "Schlampe" wurde die 30-Jährige beschimpft. Dazu kamen weitere, nicht zitierfähige Rufe. Diese waren zunächst ohne Auswirkungen geblieben.
Geldstrafe droht
Wie die "Sportschau" berichtet, habe der Schiedsrichterbeauftragte des SC Verl im Nachgang auf die Gesänge hingewiesen, in der Nachbesprechung mit Michel seien sie aber kein Thema gewesen. Ob die 30-Jährige die Gesänge mitbekommen hat, ist nicht bekannt. Im Spielberichtsbogen seien die Rufe nicht dokumentiert worden, heißt es. Dem Bericht zufolge will sich der SC Verl mit den Vorfällen nun intensiver auseinandersetzen und für das Problem sensibilisieren. Rot-Weiss Essen muss mit einer Geldstrafe des Sportgerichts rechnen.