Ulm bei Aufstieg vor Problem: Stadion ist nicht zweitligatauglich

18 Punkte aus acht Spielen: Der SSV Ulm 1846 ist zusammen mit dem SC Preußen Münster das Team der Stunde – und steht nach dem Last-Minute-Sieg bei 1860 München nun auf einem direkten Aufstiegsplatz. Sollte den Spatzen tatsächlich der Durchmarsch gelingen, stünde der Klub allerdings vor einem Problem: Das Donaustadion ist derzeit nicht zweitligatauglich.

Stadion müsste modernisiert werden

Fünf Spiele musste Ulm zuletzt im Exil in Aalen austragen, weil das Donaustadion über keine Rasenheizung verfügt und damit den Drittliga-Anforderungen nicht gerecht wird. Da sich der Winter allmählich dem Ende neigt, geht es mit dem Heimspiel gegen den SV Sandhausen am kommenden Sonntag zurück in das heimische Stadion. Mit einem Sieg will Ulm den zweiten Tabellenplatz verteidigen – und diesen wenn möglich bis zum Saisonende halten. Sollte das tatsächlich gelingen und Ulm damit den direkten Durchmarsch in die 2. Bundesliga schaffen, stünden die Spatzen allerdings ohne Stadion da. "Der Status quo ist, dass im Donaustadion keine Spiele stattfinden können", sagt Geschäftsführer Markus Thiele in der "Bild"-Zeitung.

Neben der Rasenheizung, die im Sommer unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit eingebaut werden soll, müsste das Stadion auch im Hinblick auf Flutlicht, Medienplätze und eine Überdachung aller Plätze nachgerüstet werden. Und das innerhalb weniger Wochen. "Wir werden intensiv an einer Lösung arbeiten, dass wir im Falle eines Aufstiegs im Donaustadion in der 2. Bundesliga spielen könnten", so Thiele. Zusammen mit der Stadt soll nun ein Plan entwickelt werden, wie Zweitliga-Fußball im Donaustadion möglich gemacht werden kann. Dabei gehe es auch um das gemeinsame Wollen, ein Profistandort im Fußball zu werden. "Dafür wollen wir das Commitment der Stadt und der Region einholen", sagt der 42-Jährige.

Arbeiten sollen zeitnah starten

Am Ende wird es auch ums Geld gehen, wobei die genaue Höhe der Kosten noch nicht feststeht. "Der erste Schritt war ein Termin mit der DFL, die sich das Stadion vor Ort angesehen hat. Wir befinden uns im Austausch, was da im Detail auf uns zukommt", erklärt Ulms Geschäftsführer. Klar ist: Die notwendigen Arbeiten sollen nicht erst nach der Saison in Angriff genommen werden, sondern zeitnah, "damit wir im Falle eines Aufstiegs am 1. Spieltag auch im Donaustadion spielen könnten". Denkbar ist, dass die Spatzen zunächst eine Ausnahmegenehmigung erhalten, sollten zum Saisonstart noch nicht alle Anforderungen erfüllt sein. So war es in dieser Saison auch bei der SV Elversberg der Fall, deren Stadion zu Saisonbeginn ebenfalls nicht zweitligatauglich war und seitdem Schritt für Schritt umgebaut wird.

Sollten alle Stricke reißen, müssten die Ulmer wie jetzt im Winter in ein anderes Stadion ausweichen, "was aber sehr schade wäre". Langfristig müsse ein neues Stadion her, so Thiele: "Wenn wir uns im Profifußball wieder etablieren wollen, brauchen wir perspektivisch ein neues Stadion." Das Thema war bereits im vergangenen Oktober aufgekommen, wurde dann aber zunächst nicht weiterverfolgt. Das könnte sich nun ändern, zumal Oberbürgermeister Martin Ansbacher, der seit dem 1. März im Amt ist, zuletzt betont habe, "dass er einem neuen Stadion positiv gegenübersteht", wie Thiele berichtet.

   

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