Ulms Stadionproblem bei Aufstieg: Darmstadt als Vorbild?

In rasanter Geschwindigkeit ging es beim SSV Ulm 1846 in den letzten Monaten bergauf, es winkt der Durchmarsch in die 2. Liga. Das heimische Donaustadion ist allerdings längst noch nicht bereit für das Bundesliga-Unterhaus, ein Umzug droht. Als Vorbild für den geplanten Stadionumbau könnte Darmstadt 98 dienen.
Delegation mit Vor-Ort-Termin
Keine Rasenheizung, Flutlicht nicht hell genug und nicht alle Plätze überdacht: Noch erfüllt das Donaustadion die Anforderungen für die 2. Liga nicht. Die Rasenheizung soll zwar im Sommer eingebaut werden, die Arbeiten in den anderen Bereichen dürften jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen. Und so wird das Stadion mit Saisonstart noch nicht zweitligatauglich sein. Es droht ein Umzug, sollte die DFL keine Ausnahmegenehmigung erteilen. Diese wird es aber wohl nur geben, wenn konkrete Baumaßnahmen fest eingeplant sind. Dann könnte Ulm, ähnlich wie die SV Elversberg in der aktuellen Saison, im heimischen Donaustadion spielen, während dieses im laufenden Betrieb Stück für Stück umgebaut wird.
Wie es geht, hat auch der SV Darmstadt 98 mit dem Stadion am Böllenfalltor gezeigt. Denn nachdem die Lilien zwischen 2014 und 2015 den direkten Durchmarsch von der 3. Liga in die Bundesliga geschafft hatten, entsprach die alt-ehrwürdige Spielstätte nicht mehr den gehobenen Ansprüchen. Seitdem wurde das Stadion sukzessive modernisiert – ohne, dass der SVD umziehen musste. Am Dienstag hatte sich nach Angaben der "Südwest-Presse" eine kleine Delegation aus Vertretern der Stadt Ulm (als Eigentümerin des Donaustadions) und des Vereins auf den Weg nach Darmstadt gemacht, um sich einen Eindruck von der Vorgehensweise der Lilien zu machen. "Die Reise hat sich gelohnt", sagt Gerhard Semler, Leiter der städtischen Abteilung für Bildung und Sport, gegenüber der Zeitung.
Umzug soll vermieden werden
Die gewonnen Erkenntnisse sollen nun in die Planungen der Ulmer einfließen: "Wir tun alles, um die Voraussetzung dafür zu schaffen, dass der SSV 46 Fußball nicht gezwungen ist, im Falle eines Aufstiegs, den wir uns ja alle wünschen, in einem Ausweichstadion spielen zu müssen", betont Semler. In den nächsten Wochen dürfe es nun darum gehen, die Voraussetzungen für einen zeitnahen Umbau des Donaustadions zu schaffen. Denn selbst wenn der Aufstieg in dieser Saison noch nicht gelingen soll: Mittelfristig wollen die Spatzen in jedem Fall eine Etage nach oben, wie Geschäftsführer Markus Thiele zuletzt betont hatte.