Wie Hansa den Einspruch gegen das DFB-Urteil begründet

34.450 Euro – diese Summe soll der F.C. Hansa Rostock nach der Pyroshow der eigenen Fans beim Pokalspiel gegen den VfB Stuttgart an den DFB zahlen. Die Kogge hat das Urteil jedoch nicht akzeptiert, Einspruch eingelegt und diesen nun begründet.
Hansa sieht Verhältnismäßigkeit nicht gegeben
Für das Sportgericht ist die Sache klar: Weil der DFB genau 92 pyrotechnische Gegenstände gezählt haben will, die im Rahmen der Partie gezündet wurden, berechnete der Verband für jede Pyro-Fackel nach dem neuen und standardisierten Strafenkatalog 350 Euro – insgesamt somit 32.200 Euro. Ebenfalls berücksichtigt wurden das Werfen von mindestens fünf Bechern (300 Euro pro Gegenstand) sowie das Abfeuern einer Rakete (750 Euro) – macht in der Summe also genau 34.450 Euro.
Soweit nachvollziehbar, Hansa legte allerdings Einspruch ein. Wie die Kogge auf Anfrage mitteilte, sehe man die Verhältnismäßigkeit zu früheren Urteilen – zum Beispiel beim Pokalspiel gegen Hertha BSC – nicht gegeben. Es sei nur "schwer nachvollziehbar", warum Vorfälle aus dem Stuttgart-Spiel höher bewertet beziehungsweise strenger sanktioniert werden, als beispielsweise die Vorfälle im Pokal-Spiel gegen Hertha, die seinerzeit sogar zu einer Spielunterbrechung geführt hatten. Damals musste Hansa "nur" 25.000 Euro zahlen.
Mündliche Verhandlung beim DFB
Ob diesbezüglich eine Verhältnismäßigkeit gegeben ist, wird in Kürze bei einer mündlichen Verhandlung beim DFB in Frankfurt zu klären sein. Wie hoch die Erfolgsaussichten des Widerspruchs sind, ist allerdings offen.
Eine Minderung der Strafe scheint nur dann in Frage zu kommen, wenn mindestens ein Fan identifiziert worden ist. In diesem Fall würde sich die Strafe um bis zu 25 Prozent reduzieren. Werden die Hälfte die verantwortlichen Fans identifiziert, reduziert sich die Strafe um 50 Prozent und bei mehr als die Hälfte um 75 Prozent. Sollte ein Täter zudem bereit, sich ehrenamtlich im Sport oder in Sozialprojekten zu engagieren, wird die Strafe nochmals reduziert. Eine andere Möglichkeit: Hansa kann nachweisen, dass möglicherweise weniger als 92 Pyro-Fackeln gezündet wurden.
Bleibt es bei der Strafe, übernimmt Hansa mit einer Gesamtsumme von 37.950 Euro in dieser Saison die Spitzenposition in der Strafentabelle. Insgesamt musste Hansa seit 2013 eine Summe von 225.950 Euro an den DFB überweisen – so viel wie kein anderer Drittligist in diesem Zeitraum.